Am 15. Dezember hatte der Musikverein „Eintracht“ Rettigheim in die Pfarrkirche St. Nikolaus eingeladen, um mit dem Winterkonzert 2024 seinen musikalischen Jahresabschluss zu feiern.
Die 36 Musiker und Musikerinnen eröffneten das Konzert mit der „Fanfare Prelude“ von Otto M. Schwarz. Trompeten und Posaunen dominierten mit fanfarenartigen Klängen, während das restliche Orchester gekonnt begleitete. Dabei brachten zwei zwischen den Zuhörern platzierte Trompeter die Fanfaren besonders zur Geltung. Auch bei Nanga Parbat spielte das Orchester mit dem Klang im Kirchenraum: Das Werk begann mit einem Duett zwischen einer Oboe auf der Bühne und einem Waldhorn auf der Empore. Die Kombination aus rhythmischer Präzision und emotionaler Ausdruckskraft ließ die Zuhörer in die wilden, ungezähmten Weiten des Himalayas eintauchen.
Anschließend unterbrach Bürgermeister Jens Spanberger den Programmablauf kurz, um besondere Ehrungen auszusprechen: Claus und Frank Fischer sind seit über 20 Jahren als Schriftführer aktiv. Neben der Protokollführung kümmern sie sich um die Öffentlichkeitsarbeit, arbeiten im Jugendbereich und engagieren sich außergewöhnlich für den Verein. Frank Fischer ist darüber hinaus im Blasmusikverband Rhein-Neckar als Medienbeauftragter tätig, wo er auch andere Musikvereine unterstützt, und z. B. beim Thema Vereinsverwaltung Schulungen gibt.
Für diese vielfältigen Tätigkeiten wurden die beiden mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.
Nach diesem Intermezzo folgte das letzte Originalwerk im Programm: In Der Herr der Ringe, eine bereits vor der Film-Trilogie entstandene fünfsätzige Sinfonie, vertonte der Verein gekonnt die stilistisch unterschiedlichen Charaktere und Orte des Buches. Vor dem inneren Auge der Zuhörer sah man den majestätischen Zauberer Gandalf, das dahin-galoppierende Pferd Schattenfell, die düsteren Minen von Moria, den zauberhafte Elfenwald Lothlórien und die überschwänglichen und gutgelaunten Hobbits. Weiter ging es mit einer weiteren, anderen Umsetzung von Tolkiens Fantasy-Werk: Die Dramatik und die heroischen Momente von Peter Jacksons Film Der Herr der Ringe: Die Gefährten fingen die Musiker und Musikerinnen meisterhaft ein.
Bei Symphonic Rock zeigte sich die Vielseitigkeit des Orchesters, das mühelos zwischen den Genres wechselte und den klassischen Blasorchesterklang mit modernen Elementen kombinierte: Sebastian Seubert (E-Gitarre), Michael Steltz (E-Bass) und Tim Brucker (Piano) ergänzten das Orchester, um das Publikum bei Klassikern der Bands Queen & Genesis mit einer kraftvollen Fusion aus Rock und sinfonischer Musik zu verzaubern.
Ein Höhepunkt jagte den nächsten: Andrew Lloyd Webbers „Das Phantom der Oper“ ließ die Magie und die Dramatik des Musicals in der Kirche lebendig werden, bevor die beschwingten Melodien aus der Operette Zum Weißen Rössl ein weiteres Mal die Anpassungsfähigkeit der Akteure unter Beweis stellten: Swing, Ländler, Rumba, Dixieland und Marsch sorgten für ein heiteres und zugleich beschwingtes Ende.
Oliver Eschelbacher bedankte sich bei Christine Essele und Karin Eschelbacher, die die Stücke informativ anmoderiert hatten. Mit stehendem Applaus honorierten die Besucher die Leistung der Dirigentin Christiane Weinmann und aller Musiker und Musikerinnen.
Bei so viel Zuspruch durften Zugaben nicht fehlen: Aschenbrödels Tanz aus dem Weihnachtsklassiker „3 Haselnüsse für Aschenbrödel“, weckte bei den Zuhörern nostalgische Erinnerungen. Wie jedes Jahr klang der Nachmittag mit traditionellen Weihnachtsliedern aus, bei denen die Gäste fleißig mitsangen und die festliche Stimmung in der Kirche noch einmal auflebte.